Frank Bölter
Künstler/artist
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Vita dt / Vita eng
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Bis ans Ende der Welt
Auf großer Fahrt
Wellpapphaus/House – savoir vivre
hiroshiitake
Signing Academy/Academic Square
Jackson-Pollocks No. 32
Schlachthof 5
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Impressum
Kontakt
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dt / eng
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hirioshiitake
Installation/Performance 2007
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Das Ausstellungskonzept „hiroshiitake“ veranschaulicht die mittelbaren Folgen des Einsatzes nuklearer Waffentechnologie anhand des Beispiels von Hiroshima konkret und stellt neben der Frage der Verantwortlichkeit für politische und wissenschaftliche Verfehlungen über den historischen Beispielfall hinaus, des homo sapiens sapiens’ Fähigkeit der Verharmlosung und Glorifizierung menschheitszeitgeschichtlicher Abgründe zur Schau, wenn Sie nur weit genug zurück liegen. Am Eröffnungsabend und während der Ausstellung wird die japanische Shiitakesuppe mit aus Weißrussland importierten Shiitakepilzen angeboten (auf den jüngsten „Störfall“ Tschernobyl im Jahr 1986 bezugnehmend). „hiroshiitake“ stellt die Frage der Verantwortlichkeit für nukleare Verseuchung persönlich und anhand einer konkreten körperlichen Erfahrung.

Typographische Zeichnung/Installation: Die inhaltliche Verschränkung von japanischer Kriegstragödie und japanischer Kulinarie operiert innerhalb der großformatigen Zeichnung „hiroshiitake“.  Als Grundlage für die typographische Zeichnung dient eine der wenigen unmittelbar nach dem Abwurf der Atombombe über Hiroshima entstandenen Fotographien. Dem Atombombenabwurf wird eine biblische Verklärung zu Teil, indem die Dokumentarfotografie in eine mittelalterlichen Bibel- und Märchenbuchillustrationen nachempfundene kalligrafische Illustration aufgelöst wird. Als Textvorlagen für die Illustration dienen gängige japanische Shiitakepilzrezepte.

Um neben der inhaltlichen Verbindung eine geographische Anbindung an den Ausstellungsort Columbus Art Foundation in Ravensburg zu gewährleisten, wurde das Bild „auf dem Kopf“-stehend (24Vertikalachse) präsentiert, verwiesen wird formal auf das historische Ereignis „auf der anderen Seite“ der Welt sowie inhaltlich auf kulturelle, historische und moralische Distanzierungsmöglichkeiten zum „Erinnerungsbild Hiroshima“, konträr zur abendländlichen Konsumhaltung gegenüber des japanischen Delikatessspeisepilzes Shiitake. Dazu erfolgt eine Ausrichtung 40o Nordost in Richtung „Little White House“, Karl-Marx-Straße 2 in Potsdam-Babelsberg, wo am 03. August 1945 der damalige amerik. Präsident Truman, im dortigen Sommerurlaub befindlich, den Befehl zum Abwurf der Atombomben erteilte.

Performance:
Zur Eröffnung von „hiroshiitake“ wird als japanische Delikatesse Shiitakisuppe serviert, von der man sagt, sie sei die gesündeste Suppe der Welt. Die Suppe wird vor Ort in der Küche in der Ausstellungshalle zubereitet.

Die Shiitakesuppe wird mit aus Weißrussland importierten Shiitakepilzen zubereitet (auf den jüngsten „Störfall“ Tschernobyl im Jahr 1986 bezugnehmend), um den Aspekt der nuklearen Kontamination über den Präzidenzfall Hiroshima hinaus zu verdeutlichen.

Das Ausstellungskonzept „hiroshiitake“ ermöglicht ein präzises Nachempfinden der mittelbaren Folgen des Einsatzes nuklearer Waffentechnologie anhand des Beispiels von Hiroshima, thematisiert die Neigung, historische Katastrophen nach einer „Karenzzeit der Empfindlichkeit“ zu glorifizieren und stellt anhand der installativen Präsentation der Arbeit die Frage nach der Verantwortlichkeit für politische und wissenschaftliche Verfehlungen über den historischen Beispielfall hinaus abstrakt.