„Die Ironie ist so überwältigend. Eine ganze Stadt wird in Schutt und Asche gelegt, und Tausende und Abertausende von Menschen werden getötet. Und dann wird dieser eine amerikanische Fußsoldat in den Ruinen verhaftet, weil er eine Teekanne an sich genommen hat. Und es fi ndet eine richtige Gerichtsverhandlung statt und dann wird er von einem Exekutionskommando erschossen.“
„Ihr wart nur kleine Kinder im Krieg genau wie die im oberen Stockwerk!“ Ich nickte zustimmend. Wir waren törichte, jungfräuliche Männer im Krieg gewesen, gerade am Ende der Kindheit angelangt. „Aber Sie werden es nicht schreiben, nicht wahr!“ Das war keine Frage. Es war ein Anklage. „Ich ich weiß es nicht“, sagte ich. „Nun, aber ich weiß es“ sagte sie. Ihr werdet vorgeben, Männer statt Kinder gewesen zu sein, und eure Rolle wird in den Filmen von Frank Sinatra und John Wayne oder sonst einem anderen dieser bezaubernden, kriegsbegeisterten, dreckigen alten Männer gespielt werden. Und der Krieg wird einfach wundervoll aussehen, so daß wir eine Menge anderer Kriege haben werden. Und sie werden von Kindern wie unsere Kinder oben ausgefochten werden.“ Da verstand ich. Es war der Krieg, der sie so zornig machte. Sie wollte nicht ihre Kinder oder jemandes anderen Kinder im Krieg getötet sehen. Und sie glaubte, Kriege würden teilweise durch Bücher und Filme ermutigt. Also hob ich meine rechte Hand hoch und machte ihr ein Versprechen. „Mary“, sagte ich, „ich glaube nicht, daß dieses mein Buch jemals vollendet wird. Ich muß inzwischen fünftausend Seiten geschrieben und sie alle weggeworfen haben. Wenn ich es jedoch jemals fertig schreibe, gebe ich Ihnen mein Ehrenwort: Es wird keine Rolle für Frank Sinatra oder John Wayne enthalten... Ich sage Ihnen etwas“, setzte ich hinzu. „Ich werde es „Der Kinderkreuzzug“ nennen.“



